23. - 25.9.2005: Reitkurs mit Walter Weber Mayr

Walter Weber Mayr hat das Natural Horsemanship bei Jean-Claude Dysli in Spanien und in Amerika bei Tom und Bill Dorrance sowie Ray Hunt gelernt. Dort hatte er auch seinen ersten Kontakt zu einem Maultier. Seine Techniken unterscheiden sich kaum von dem, was wir durch Parelli erfahren haben. Sie leiten sich ab von der spanischen Gebrauchsreitweise, dem Vaquero-Reiten.
Nach seiner Rückkehr nach Europa hat er weiter Erfahrungen mit Maultieren sammeln können und gute Kenntnisse in deren besonderem Verhalten und dem der Esel erworben. Sein Wissen war für Rafaela und mich sehr wertvoll, musste ich doch lernen, dass sie bei allem Leistungsvermögen als Tragtier doch geringere Tragleistungen bei einem Reiter bringt. Walter vermutet, dass Rafaela vor mir noch nie geritten wurde. Aufgrund ihrer Hüftanatomie brauche ich mir aber um meine Reiterei keine Sorgen machen, muss sie aber langsam und stetig an mein Gewicht heranführen. Von unserem Zusammenspiel und Kommunikation war er sehr angetan.
Neben Rafaela war noch ein zweites Maultier, Maurus, im Kurs dabei. Das andere waren zwei Haflinger, ein Araber und ein Vollblut. Alle kamen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen und Erfahrungen.
Walter kümmert sich individuell um jeden Einzelnen und baut auf dessen Fähigkeiten auf. Deshalb spricht er auch nicht von einem Kurs, sondern von einem Visit.
Leider musste der Kurs, der ursprünglich auf fünf Tage angelegt war, um zwei Tage gekürzt werden, aber Walter verstand es, jeden zu einem Erfolg zu führen, auf den man aufbauen konnte.

Um mit Rafaela zu reiten fand die Vorbereitung konsequent nach Parelli statt:
Sieben Spiele, Satteln, Pre-Ride Checks, Laterale Biegung

Walter beobachtet genau und korrigiert und erläutert sehr treffend. Dabei geht er auf Reiter und Tier gleichermaßen aufmerksam ein.

Ergänzend zu den reiterlichen Übungen muss ich mit Rafaela den Galopp üben und auch die Gangartwechsel.

Walter Weber Mayr
Der Hut mit der flachen Krempe sowie das geschlossene, langärmelige Hemd gehören zur traditionellen Kleidung eines BUCKAROO.

Der Haflinger, ein Ekzemer, war sehr bewegungsfaul in der Bahn. Mittels einer umgebauten Gerte mit Flag (einer Plastiktüte) an der Spitze trieb Walter den Haflinger auf den Zirkel. Ein erster Erfolg war ein kontinuierlicher Schritt. Die Anforderungen, die der Haflinger stellte, waren so groß, dass die ersten Lektionen Walter alleine durchführte, bis das Tier Bewegungsfreude entwickelte. Danach bekam die Besitzerin Gelegenheit, mit ihrem Pferd zu arbeiten. Am Ende war es möglich, ihn in der Bahn zu reiten und die Gangart zu wechseln. Dazu bedurfte es nur eines energischen Hochhebens der Hand, also rhythmischem Druck.

Die beiden Andreas sind schon alte Bekannte von Walter. Andrea M. kam mit ihrem neuen Pferd, einem Araber. Für ihre Lektionen bekam sie ein Rope-Bosal als Ausbildungshalfter.

Um Andrea B. und ihr Pferd in den fliegenden Galoppwechseln zu üben, demonstrierte Walter zuerst am Boden.

Ein besonderes Highlight: Das Pferd von Andrea B. hat Schwierigkeiten, Kühe zu passieren. Wir hatten Gelegenheit, mit dem Pferd auf eine Kuhweide zu gehen. Mit Anwendung des Prinzips von Annäherung und Rückzug und der Begleitung von Andrea M. schaffte es Walter, sich zunehmend den Kühen zu nähern. Zum Abschluss ritt er noch einmal an den Eingang des Kuhstalles.

Walter bei der Demonstration von Schrittfolgen

Bodo, ein Mitorganisator des Kurses, ist der zweite Maultierreiter im Bunde. Er verfügte schon über reiterliche Erfahrung, konnte bei seinem Maultier Maurus pro Gangart nur eine Geschwindigkeit reiten. Um auch Tempowechsel innerhalb der Gangarten zu erreichen, übten sie das langsamere Tempo, um daraus den Tempowechsel abzurufen. Auch Bodo kam bis zum Kursende zu seinem Erfolgserlebnis.

Walter, immer ein aufmerksamer Beobachter

Michaela, unsere Gastgeberin, reitet mit ihrem Haflinger Dressur. Mit Walters Unterstützung arbeitete sie an der Feinfühligkeit der Hilfengebung. Wie bei allen Tieren zeigte er hier seine Beobachtungsgabe und Fähigkeit im Sattel.

Michaela betreibt diesen Reiter- und Ferienhof mit ihrem Lebensgefährten. Eine Idylle für artgerechte Haltung.
Sie führt auf diesem Anwesen eine Praxis als Tierheilpraktikerin.

Impressionen am Reitbahnrand